Als Süden Indiens gilt traditionell das gesamte Land südlich der Bergkette Vindhya. Dies ist zwar geografisch korrekt, aber für die meisten Inder besteht der Süden aus den vier südlichen Bundesstaaten Andhra Pradesh, Karnataka, Kerala und Tamil Nadu.
Der Süden unterscheidet sich in seinem Aussehen, seinem Aroma, seinen Düften und Farben. Alles ist üppiger und doch einfacher - so absurd das auch klingt. Der Süden ist traditionell und tief in seinem dravidischen Erbe und der dravidischen Kultur verwurzelt, die trotz des umfangreichen Handels und den Kontakt mit fremden Menschen und Kulturen - Phöniziern, Arabern, Römern und Chinesen - durch seine prachtvollen Seehäfen erstaunlich unverfälscht sind. Sie werden die einfache Integrität und die außergewöhnliche Üppigkeit der Region zu schätzen wissen. Beispielsweise die unterschiedlichen Landschaften wie das hohe Deccan-Plateau, die schroffen und doch bewaldeten Hügel und Küsten-Ghats, die üppigen, grünen Felder von Tamil Nadu und Karnataka, die surrealistische Schönheit der Backwater von Kerala, die langgestreckten Strände, die sich von dicken Kokospalmen und Bambusplantagen erstrecken. Heiter, freundlich und einfach schön.
Die typischen Tempel im typisch dravidischen Architekturstil finden Sie in den meisten der südlichen Bundesstaaten. Madurai und Chennai in Tamil Nadu und Tiruvanthapuram in Kerala beherbergen einige Beispiele für wunderbar geformte Landschaften. Tamil Nadu finden Sie auf auf jeder Tempeltour in Indien, aber das heutige Chennail ist auch eine geschäftige Metropole, die sich mit Technik und Einkaufsstraßen ebenso schnell wandelt, wie der Rest Indiens. Der ganze Süden Indiens ist berühmt für seine wunderbaren, farbenprächtigen Saris, doch Kancheepuram ist die Heimat der traditionellen, wunderschönen Kanjeevaram-Seidenstoffe, die beinahe ein Synonym für indische Frauen sind. Kaufen Sie Seide. Die blauen Berge - die Nilgiris - mit ihren Bergstationen Conoor und Ooty ziehen in- und ausländische Touristen an.
Kerala mit seinem einmaligen, schönen Malabar- und Travancore-Erbe, Ayurveda-Spas und -Resorts, die inzwischen als luxuriöse Kurorte und Kulturstätten bekannt sind, wurde zu einem der beliebtesten Reiseziele. Kochi ist mit ihren historischen Stätten und wundersamen Märkten die wichtigste Stadt, von der aus Touristen zu Spa-Resorts und Nachtausflügen an die ruhigen und einmaligen Backwater von Kettuvalams (den ursprünglichen Reisbooten) und dann weiter zu den wundersamen kleinen Städten, zum Kovalam Strandresort und nach Tiruvanthapuram, der Tempelstadt, aufbrechen. Weiter südlich finden Sie Indira Point, der südlichste Punkt Indiens, bei Kanyakumari, nur einen Katzensprung von Sri Lanka entfernt. Auch der Periyar Nationalpark in Kerala ist in vielen Reiserouten enthalten.
In Karnataka finden Sie eine Mischung moderner Wirtschaftszweige. Von Bangalore aus startete Indiens ins IT-Zeitalter. Um die historisch-romantische Stadt Mysore führt der Kulturpfad nach Halebid, Belur und Hasan. Hampi, Bidar, Bijapur und Badami, Ruinen einer reichen Zivilisation und Dynastie vergangener Zeiten sind weniger bekannte aber ebenso interessante Meilensteine auf dem Weg in den Norden des Landes. Bandipur und Nagarhole sind Naturreservate mit Resorts für umweltbewusste Touristen und Sie können bis in den mit Kaffee bepflanzten Hügeln in Coorg finden Sie einen zauberhaften Rückzugsort.
Andhra Pradesh mit der königlichen Hauptstadt Hyderabad, dem Wirtschaftshafen Visakhapatnam und der unbeschreiblich schönen Küste, den beliebten Pilgerstätten Tirupathi und Puttaparthi ist eines der bestgehütetsten Geheimnisse Indiens. Zwar gehört der Bundesstaat nicht zu den beliebtesten Touristenzielen Indiens, aber für entdeckungslustige Reisende hält er viele Schätze bereit. Hyderabad wird mit einem neuen, internationalen Flughafen und protzigen Konferenzzentren, in krassem Gegensatz zu den wundervollen alten Palästen, Monumenten, Mausoleen, Museen und Forts stehen, schon bald die Technik-Hauptstadt Indiens werden Der üppige Lebensstil und die Juwelen von Nizam sind ebenso legendär wie das köstliche Hyderabadi Biryani und die farbenprächtigen Quawalis, die täglich irgendwo in der Stadt aufgeführt werden.
Die Küche ist von Ort zu Ort unterschiedlich und verwöhnt den Gaumen mit unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Und es gibt noch mehr Erstaunliches im Süden Indiens.
Im Allgemeinen ist die Region ganzjährig angenehm, wobei der Monsun eine gewisse Erleichterung von der Hitze bringt. Der nordöstliche Monsun dauert von Juni bis September. Die beste Reisezeit ist von Oktober bis März.